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Biographische Notizen

Prof. Dr. Tim Krieger

Tim Krieger wurde im Juli 2012 auf die neu geschaffene Wilfried-Guth-Stiftungsprofessur für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik an der Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät berufen. Inhaltlich stärkt er damit den ordoliberalen Schwerpunkt der Fakultät und die Tradition der auf Walter Eucken zurückgehenden „Freiburger Schule“ der Volkswirtschaftslehre.

Prof. Krieger, Jahrgang 1972, studierte Volkswirtschaftslehre mit quantitativem Schwerpunkt an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und an der University of Wisconsin-Eau Claire. Er war Promotionsstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Georg-August-Universität Göttingen, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Boston University. Seine Promotion zum Dr. oec. publ. schloss er 2004 an der Universität München mit einer Arbeit über die politische Ökonomie der Zuwanderung in alternden Gesellschaften ab. Die Dissertation wurde mit dem Forschungspreis des Forschungsnetzwerks Alterssicherung der Deutschen Rentenversicherung ausgezeichnet.

Im Anschluss an die Promotion arbeitete Prof. Krieger als persönlicher Referent des Rektors und Vorstandsvorsitzenden einer privaten Fachhochschule in Elmshorn, ehe er an die Universität Paderborn wechselte, wo er 2007 zum Juniorprofessor für Internationale Wirtschaftspolitik ernannt wurde. Ab 2009 folgten Vertretungen des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie des Lehrstuhls für Ordnungspolitik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Philipps-Universität Marburg. Mit der Annahme des Rufs an die Albert-Ludwigs-Universität (und der gleichzeitigen Ablehnung eines Parallelrufs nach Marburg) nahm Prof. Krieger zum Sommersemester 2012 seine Lehr- und Forschungstätigkeit in Freiburg auf.      

Im Mittelpunkt der Forschung von Tim Krieger stehen die Folgen zweier zentraler Trends, die für heutige Gesellschaften und nationale sowie internationale Wirtschaftsordnungen von fundamentaler Bedeutung sind: die zunehmende Internationalisierung (bzw. Globalisierung) der Wirtschaft und die voranschreitende Alterung der Bevölkerungen der Industrie- und Schwellenländer. Beide Entwicklungen stellen die bestehenden nationalen Ordnungsstrukturen und politischen Institutionen vor große Herausforderungen, da sie nationale Handlungsspielräume einschränken. Zugleich erhöhen sie die Notwendigkeit, umfassende Rahmensetzungen für die internationalen Märkte zu definieren und zu implementieren.

Die Wettbewerbskräfte auf internationalen Märkten wirken in anderer, stärkerer Weise und werden durch zunehmende staatliche Einflüsse verzerrt (z.B. Förderung der Bildung „globaler Champions“; Einfluss von Staatsfonds). Selbst funktionierende nationale Wirtschafts- und Wettbewerbsordnungen werden hierdurch unter Veränderungsdruck gesetzt, derweil sich eine internationale Markt- und Wettbewerbsordnung wegen der nationalen Interessen einzelner Staaten nicht ohne weiteres durchsetzen lässt. Die aktuelle Finanzkrise zeigt diese Problematik in geradezu exemplarischer Weise. Darüber hinaus schwächt der demographische Wandel die relative Wettbewerbsfähigkeit von einzelnen Volkswirtschaften, die in einen „War for talent“ eintreten können, um junge, qualifizierte Arbeitskräfte auch zulasten anderer Länder (darunter – auch und gerade – Entwicklungsländer) zu gewinnen.

Prof. Krieger nimmt sich dieser und verwandter Problematiken mit seinen Forschungsthemen „Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik in offenen und alternden Volkswirtschaften“, „Systemwettbewerb in Europa”, „Global Governance“ bzw. „Global Economic Governance“ sowie „Migration und internationale Mobilität des Faktors Arbeit“ an. Zusätzlich untersucht er verstärkt die Frage, welche Konsequenzen es haben kann, wenn es nicht gelingt, einen friedlichen und wohlstandsmehrenden Wettbewerb innerhalb eines entsprechenden Ordnungsrahmens zu organisieren, d.h., wenn es statt Wettbewerb zu Konflikten oder Kooperation zulasten Dritter kommt. Im Rahmen eines konflikt- und institutionenökonomischen Ansatzes analysiert er auf diese Weise – und stark interdisziplinär – auch die Ursachen und Wirkungen transnationaler Konflikte, Gewalt und Kriminalität.

 

Quelle: Freiburger Universitätsblätter, Heft 199, 1. Heft Jahrgang 2013 (März)

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